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Jagdschloss Grunewald

UntersuchungDemo

Hüttenweg 100, 14193 Berlin-Grunewald

Projektdatenblatt

Dokumentationstyp

Objektdaten

Straße / PLZ / Ort

Maßnahme & Zeitraum

z.B. März 2025 – Juni 2026 oder 2025/2026

Beteiligte

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Dokumentation

z.B. März – Mai 2025 oder 2025

z.B. 15. Juni 2025

Fließtext (0)

+ Abschnitt

Noch keine Abschnitte vorhanden.

Befunddatenblätter (3)

+ Befund
B-001NordwandHauptgebäude EG Raum 01 – Großer Saal
FassungSchichtBeschreibungNCSAnalyse
1DispersionsfarbeWeiße Dispersionsfarbe, ca. 1970er, ca. 0,4 mmS 0500-Nnein
2KalktüncheHellgrauer Kalkanstrich, fein geschlämmt, 19. Jh.S 1002-Gja
3KalkputzKalkputz mit Ziegelschrot, ca. 15 mmnein
4MauerwerkBacksteinmauerwerk, 16./17. Jh.nein

An der Nordwand wurden insgesamt vier übereinanderliegende Fassungsschichten freigelegt. Die älteste Fassung (F4) zeigt einen gut erhaltenen Kalkputz mit feiner Ziegelschrot-Magerung. Darüber liegt ein grauer Kalkanstrich (F2) aus dem 19. Jahrhundert. Die jüngste Schicht (F1) ist eine moderne Dispersionsfarbe, die flächig entfernt wurde. Erhaltungszustand der Originalfassung: gut bis sehr gut.

B-002Deckengewölbe, SchlusssteinHauptgebäude EG Raum 01 – Großer Saal
FassungSchichtBeschreibungNCSAnalyse
1FirnisüberzugDunkler Schmutzüberzug, nicht originalnein
2FarbfassungOckergelber Leimfarbanstrich, spätes 19. Jh.S 2050-Y20Rja
3GrundfassungPolychrome Rankenmotive, Rot + Grün auf Kalk, original 16. Jh.S 0300-Nja

Am Schlussstein des Deckengewölbes finden sich Reste einer polychromen Fassung aus dem 16. Jahrhundert. Der ockergelbe Grundton wird von roten und grünen Rankenmotiven begleitet. Die Malschicht ist stark fragmentiert, aber in Teilen original erhalten. Unter UV-Licht sind weitere Pigmentschichten sichtbar. Empfehlung: Sicherung durch Festigung vor weiterer Untersuchung.

B-003Sockelzone Westwand, 0–95 cm ü. OKFHauptgebäude EG Raum 01 – Großer Saal
FassungSchichtBeschreibungNCSAnalyse
1AnstrichGrauer Sockelanstrich, Dispersionsfarbe, ca. 1970erS 4500-Nnein
2MarmorierungGemalte Marmorierung in Grau-Schwarz, 19. Jh.S 5000-Nja
3GrundfassungOckergelbe Kalkfassung, Originalzustand um 1780S 3040-Y20Rja

Im Sockelbereich der Westwand (0–95 cm ü. OKF) ist eine gemalte Marmorierung erhalten, die einen Marmorsockel imitiert. Die Oberfläche zeigt deutliche Glanzspuren vom ursprünglichen Firnis. Unter der Marmorierung liegt eine warmockerfarbene Kalkfassung aus der Rokokozeit (um 1780). Erhaltungszustand der Marmorierung: partiell gut, Fehlstellen im Bereich der Türlaibung.

Fotodokumentation (4)

+ Foto
Nordwand im Vorzustand, vor Beginn der Befunduntersuchung
VZAbb. Abb. 1

Nordwand im Vorzustand, vor Beginn der Befunduntersuchung

Großer Saal, Nordwand, Gesamtansicht

Freilegungsschnitt mit sichtbaren Fassungsschichten
ZZAbb. Abb. 2

Freilegungsschnitt mit sichtbaren Fassungsschichten

Großer Saal, Nordwand, Befundfeld B-001

Polychrome Fassung am Gewölbeschlussstein
ZZAbb. Abb. 3

Polychrome Fassung am Gewölbeschlussstein

Deckengewölbe, Schlussstein, Befund B-002

Fensterlaibung mit freigelegtem Schichtprofil
VZAbb. Abb. 4

Fensterlaibung mit freigelegtem Schichtprofil

Fensterlaibung Ostseite

Probennahmeprotokoll (2)

+ Probe
P-001Kalkputz mit Farbfassung (Schicht F2 – Kalktünche)Einzelprobe

Entnahmestelle: Nordwand, Befund B-001, ca. 185 cm ü. OKF

Fragestellung: Pigment- und Bindemittelbestimmung; Klärung Fassungsabfolge; Vergleich mit historischen Quellen

Analysemethode: Schliffmikroskopie (Auf- und Durchlicht), RFA, SEM-EDX

P-002Polychrome Malschicht (Rot- und Grünpigment auf Kalk)Einzelprobe

Entnahmestelle: Gewölbeschlussstein, Befund B-002

Fragestellung: Identifizierung historischer Pigmente; Klärung Originalität der Farbgebung; Datierungshinweis

Analysemethode: RFA, Schliffmikroskopie, Polarisationsmikroskopie, UV-Fluoreszenz

Schadbildkatalog (2)

+ Schadbild
Feuchtigkeitsschäden / Salzausblühungenaktivflaechig

Weißliche Salzausblühungen entlang der Sockelzone (0–50 cm ü. OKF) auf ca. 4,5 m² Wandfläche; kapillarer Feuchtigkeitseintrag durch Bodenplatte; partielles Abplatzen der Putzoberfläche.

Trockenlegung durch Injektage (WTA-Merkblatt 4-4); Austausch des Bodenbelags mit Feuchtigkeitsabdichtung; anschließend Entsalzungsmaßnahme mit Kompressen.

Farbschichtablösungen / Aufschollerungenpassivpartiell

Locker haftende Farbschollen und Aufschollerungen der Dispersionsfarbe, besonders im Bereich der Fensterlaibungen; partielle Hohlstellen unter dem Kalkputz, fühlbar beim Beklopfen.

Hinterfüllung der Hohlstellen mit Kalkinjektionsmörtel (NHL 3,5); Abnahme der Dispersionsfarbe im Schadbereich; Ergänzung mit atembeweglichem Kalkfarbanstrich.

Ausstattungskatalog (1)

+ Ausstattung
KaminsimsAusstattungselement (fest)

Großer Saal, Nordwand, mittig

Repräsentativer Kaminsims aus der Rokokozeit mit aufwändigem Stuckmarmor und vergoldeten Profilen. Originale Vergoldung der Profilleisten zu ca. 70 % erhalten. Kleiner Riss im linken Standfuß (passiv, ca. 1 mm breit, 12 cm lang). Insgesamt guter Erhaltungszustand. Reinigung und Festigung empfohlen.