Leitfaden zur Erstellung von restauratorischen Dokumentationen

Stand 2026


Inhaltsverzeichnis

  1. Präambel
  2. Dokumentation einer Untersuchung
  3. Dokumentation einer Maßnahme
  4. Anhang / Bestandteile
  5. Bildliche Dokumentation – Mindestanforderungen
  6. Grafische Dokumentation
  7. Form
  8. Material und Medien
  9. Urheberrecht und Nutzungsrecht
  10. Literatur und Normen

Präambel

Restauratorische Dokumentationen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Denkmalschutzes. Sie sichern Wissen über den Bestand, den Zustand und die Geschichte von Kulturgütern und bilden die Grundlage für zukünftige Entscheidungen über Erhaltung, Restaurierung und Nutzung.

Dieser Leitfaden dient als einheitlicher Standard für die Erstellung restauratorischer Dokumentationen an Kulturdenkmälern.

Der Leitfaden ist verbindlich für alle restauratorischen Dokumentationen, die im Zusammenhang mit denkmalrechtlichen Genehmigungen oder öffentlichen Aufträgen erstellt werden.

Zweck der Dokumentation

  • Sicherung von Befundwissen für zukünftige Generationen
  • Nachweis des Zustands vor, während und nach einer Maßnahme
  • Grundlage für denkmalpflegerische Entscheidungen
  • Basis für Ausschreibungen und Planungen
  • Schutz aller Beteiligten (Auftraggeber, Ausführende, Behörde)

Zwei Dokumentationstypen

Der Leitfaden unterscheidet zwei Grundtypen restauratorischer Dokumentationen:

  1. Dokumentation einer Untersuchung – Erfassung des Bestands und Zustands, Entwicklung eines Konzepts
  2. Dokumentation einer Maßnahme – Beschreibung aller durchgeführten Eingriffe und deren Ergebnisse

1. Dokumentation einer Untersuchung

Eine Untersuchungsdokumentation erfasst den Bestand und Zustand eines Kulturguts systematisch und vollständig. Sie bildet die Grundlage für jede spätere Maßnahme.

1.1 Bestandserfassung

Die Bestandserfassung beschreibt den vorhandenen materiellen Bestand des Untersuchungsobjekts:

  • Objekt und Baugattung: Einordnung des Objekts in seinen historischen und typologischen Kontext
  • Bauteil / Bereich: Genauer Untersuchungsbereich innerhalb des Objekts (Gebäudeteil, Ebene, Raum)
  • Konstruktion und Material: Aufbau, Materialien, Techniken, handwerkliche Ausführung
  • Ausstattung: Ausstattungselemente, Oberflächen, Farbfassungen
  • Historische Entwicklung: Phasen der Entstehung, Überarbeitungen, Veränderungen

Die Bestandserfassung erfolgt auf Grundlage einer visuellen Untersuchung sowie, wo notwendig, durch Materialentnahmen (Probennahme).

1.2 Zustandserfassung

Die Zustandserfassung dokumentiert den aktuellen Erhaltungszustand des Objekts zum Zeitpunkt der Untersuchung:

  • Vorhandene Schäden: Art, Lage, Umfang und Bewertung (aktiv/passiv)
  • Ursachen: Schadensursachen soweit feststellbar
  • Gefährdungspotenzial: Einschätzung der weiteren Schadentwicklung ohne Eingriff
  • Prioritäten: Dringlichkeit von Maßnahmen

Die Zustandserfassung orientiert sich an international anerkannten Terminologien, insbesondere:

  • ICOMOS-ISCS 2010 (Illustrated Glossary on Stone Deterioration Patterns)
  • EwaGlos 2016 (European Illustrated Glossary of Conservation Terms)

1.3 Befunddatenblattsystem

Das Befunddatenblattsystem ist das Kernelement der Untersuchungsdokumentation. Jeder relevante Befund erhält ein eigenes Datenblatt.

Pflichtfelder des Befunddatenblatts:

FeldBeschreibung
BefundnummerEindeutige Nummerierung (pro Projekt fortlaufend)
ProjektbezugObjekt-Dok.-Nr.
LokalisierungGebäudeteil / Ebene / Raum-Nr.
Raumelementz.B. Wand, Tür, Fenster, Decke, Verkleidung
OKF (cm)Höhe über OK Fertigfußboden
SchichtenaufbauTabelle mit Fassung, Schicht, Material, NCS, Analyse
BefundbeschreibungFreitextfeld
BildzuordnungBild-Nr. / Abb.-Nr.
Bildautor*inName
Datumder Aufnahme

Schichtenaufbau-Tabelle:

Die Schichtenaufbautabelle dokumentiert alle Fassungsschichten von außen nach innen (jüngste zuerst):

FassungSchichtBeschreibungNCS-CodeAnalyse
I (jüngste)1z.B. Dispersionsfarbe, weißNCS S 0500-Nnein
I2z.B. Grundierungnein
II1z.B. Leimfarbe, gelblichNCS S 1020-Yja
III1z.B. Ölfarbe, grauNCS S 3000-Nnein

Fassungsnummern: Römische Ziffern (I = jüngste, aufsteigend nach innen)
Schichtnummern: Arabische Ziffern (1 = außen, aufsteigend nach innen)
NCS-Codes: Natural Color System – Angabe soweit ermittelbar
Analyse: Kennzeichnung ob Probe zur Laboranalyse entnommen wurde

1.4 Probennahme

Die Probennahme dokumentiert alle entnommenen Materialproben systematisch.

Pflichtfelder des Probennahmeprotokolls:

FeldBeschreibung
Proben-Nr.Eindeutige Kennzeichnung (P-001, P-002 …)
ProbenmaterialArt des Materials (Putz, Farbe, Holz, Metall …)
Art der Entnahmez.B. Querschliff, Stichprobe, Bohrmehl
Lokalisierung der EntnahmestelleGenaue Ortsangabe
Höhe über OKFin cm
Entnahmetiefein mm
WitterungTemperatur, Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Entnahme
DatierungEinschätzung der zeitlichen Zuordnung
MaterialbeschreibungMakroskopische Beschreibung
Zweck / FragestellungWas soll die Analyse klären?
Analysemethodegeplante oder durchgeführte Methode

1.5 Naturwissenschaftliche Analysen

Naturwissenschaftliche Analysen ergänzen die visuelle Untersuchung durch objektive Materialdaten.

Gängige Analysemethoden:

  • Querschliffmikroskopie – Schichtenaufbau, Pigmente, Bindemittel (Durchlicht/Auflicht)
  • REM-EDX – Elementanalyse, Mineralphasen
  • FTIR-Spektroskopie – Organische Bindemittel, Füllstoffe
  • Röntgenbeugung (XRD) – Mineralische Phasen in Pigmenten und Bindemitteln
  • GC-MS – Organische Bindemittel (Öle, Harze, Wachse, Proteine)
  • Dendrochronologie – Datierung von Hölzern
  • Radiokohlenstoffdatierung (C14) – Datierung organischer Materialien

Analyseergebnisse müssen dem Bericht als Anlage beigefügt werden. Befundauswertung und Schlussfolgerungen sind im Bericht zu dokumentieren.

1.6 Grafische Dokumentation

Die grafische Dokumentation ergänzt die textliche und bildliche Erfassung durch maßstäbliche Zeichnungen und Kartierungen.

Inhalte:

  • Befundkartierung: Eintragung der Befunde in Grundrisse/Ansichten
  • Schichtenprofile: Zeichnerische Darstellung des Schichtenaufbaus
  • Schadenspläne: Kartierung der Schäden mit Legende
  • Maßnahmenplanung: Vorgesehene Eingriffsbereiche

Anforderungen:

  • Maßstab mindestens 1:50 für Raumdarstellungen, 1:20 für Details
  • Nordpfeil und Maßstabsleiste
  • Legende zu allen verwendeten Symbolen/Farben
  • Angabe des Aufnahmezeitpunkts

1.7 Bildliche Dokumentation

Siehe Kapitel 4: Bildliche Dokumentation – Mindestanforderungen

Bei der Untersuchung sind insbesondere zu dokumentieren:

  • Voruntersuchungszustand (VZ): Zustand vor jeglichem Eingriff
  • Freilegungsschritte: Dokumentation der Befundfreilegung
  • Alle relevanten Befunde: Nahaufnahmen mit Maßstab
  • Gesamtansichten: Orientierungsaufnahmen des Untersuchungsbereichs

1.8 Konzept

Das Konzept schließt die Untersuchungsdokumentation ab und formuliert Handlungsempfehlungen:

Gliederung des Konzepts:

  1. Zusammenfassung der Befunde – Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung
  2. Bewertung – Denkmalpflegerische Einschätzung der Befunde
  3. Ziele – Was soll durch die Maßnahme erreicht werden?
  4. Maßnahmenempfehlungen – Konkrete Vorschläge für Eingriffe / Erhaltungsmaßnahmen
  5. Prioritäten – Dringlichkeit der empfohlenen Maßnahmen
  6. Offene Fragen – Weiterer Untersuchungsbedarf

1.9 Ausstattungskatalog

Der Ausstattungskatalog erfasst historische Ausstattungselemente systematisch.

Pflichtfelder:

FeldBeschreibung
ThemaÜbergeordnete Kategorie (Türen, Fenster, Böden, Decken, Treppen, Wände, Kamine, Ausstattung, Sonstiges)
Typz.B. TYP A, TYP B, TYP C (für gleichartige Elemente)
Abb.-Nr.Verweis auf Bilddokumentation
Eindeutige LokalisierungGebäudeteil / Ebene / Raum-Nr.
Zeitliche / Künstlerische Zuordnungz.B. bauzeitlich ca. 1895, Überarbeitung 1930er Jahre
Lokalisierung (singulär/partiell/vollflächig)Verbreitung des Typs im Objekt
KonstruktionAufbau, Verbindungen, Ausführungsart
Materielle Bestandteile / ÜberarbeitungVerwendete Materialien, spätere Veränderungen
Gestaltung / Oberfläche / FarbigkeitForm, Ornamentik, Beschaffenheit, monochrom/polychrom
Beschreibung / AnmerkungBesonderheiten, Unterschiede zum Typ hervorheben
Bild-Nr.Zugehörige Aufnahme(n)
Bildautor*inName
Datumder Aufnahme

2. Dokumentation einer Maßnahme

Die Maßnahmendokumentation beschreibt alle im Rahmen einer Restaurierung oder Konservierung durchgeführten Eingriffe vollständig und nachvollziehbar.

2.1 Ausgangssituation

Beschreibung des Zustands unmittelbar vor Beginn der Maßnahme:

  • Bezugnahme auf vorliegende Untersuchungsdokumentation
  • Aktualisierung der Befund- und Zustandserfassung sofern notwendig
  • Voruntersuchungszustand (VZ) bildlich dokumentiert

2.2 Maßnahmen

Detaillierte Beschreibung aller durchgeführten Arbeitsschritte:

Für jeden Arbeitsschritt ist zu dokumentieren:

  • Bezeichnung der Maßnahme: z.B. Festigung, Reinigung, Ergänzung, Retusche
  • Bereich: Genaue Lokalisierung (Gebäudeteil, Raum, Bauteil)
  • Methode / Technik: Genaue Beschreibung der angewandten Methode
  • Materialien und Produkte: Handelsname, Hersteller, Konzentration, Mischungsverhältnis
  • Ausführende Firma: Name, ggf. Qualifikation der ausführenden Person
  • Zeitraum: Datum(sbereich) der Durchführung
  • Zwischenzustand (ZZ): Bilddokumentation während der Maßnahme

Typische Maßnahmen in der restauratorischen Praxis:

  • Konservierung / Festigung
  • Reinigung (trocken / nass / mechanisch / chemisch / Laser)
  • Ergänzung / Kittung / Spachtelung
  • Retusche / Rekonstruktion
  • Überarbeitung der Oberfläche
  • Sicherung / Hinterlegung
  • Schutzmaßnahmen

2.3 Ergebnis

Beschreibung des Zustands nach Abschluss aller Maßnahmen:

  • Endzustand (EZ): Bilddokumentation des Ergebnisses
  • Beurteilung: Bewertung des erreichten Ergebnisses
  • Empfehlungen: Hinweise für zukünftige Pflege und Erhaltung
  • Wartungsintervalle: Empfohlene Kontrolltermine

2.4 Bildliche Dokumentation der Maßnahme

Drei Zustände sind zwingend vollständig zu dokumentieren:

KürzelBezeichnungZeitpunkt
VZVoruntersuchungszustandVor jedem Eingriff
ZZZwischenzustandWährend der Maßnahme (nach jedem wesentlichen Schritt)
EZEndzustandNach vollständigem Abschluss

2.5 Anhang

Dem Bericht beizufügende Unterlagen:

  • Analyseergebnisse (Laborbefunde mit Gutachten)
  • Produktdatenblätter der verwendeten Materialien
  • Farbtonkarten / NCS-Belege
  • Historische Bilder und Vergleichsaufnahmen
  • Aufmaße und Pläne
  • Schriftverkehr mit Behörden

3. Anhang / Bestandteile

Jede restauratorische Dokumentation besteht aus folgenden Pflichtbestandteilen:

Pflichtbestandteile

  1. Titelblatt mit: Objektname, Adresse, Dokumentationstyp, Bearbeitungszeitraum, Verfasser*in, Datum der Berichterstellung
  2. Projektdatenblatt (vollständig ausgefüllt)
  3. Textlicher Bericht (entsprechend dem Dokumentationstyp)
  4. Befunddatenblätter (bei Untersuchungen)
  5. Probennahmeprotokoll (sofern Proben entnommen wurden)
  6. Bilddokumentation mit Bildunterschriften
  7. Grafische Dokumentation (Pläne, Kartierungen)

Optionale Bestandteile

  • Ausstattungskatalog
  • Schadbildkatalog
  • Konzept / Maßnahmenempfehlungen
  • Analyseergebnisse / Gutachten
  • Historische Recherche

4. Bildliche Dokumentation – Mindestanforderungen

Die bildliche Dokumentation ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder restauratorischen Dokumentation.

Technische Anforderungen

Digitale Bilder:

  • Mindestauflösung: 300 dpi bei Druckgröße
  • Dateiformat: TIFF (Archiv) oder JPEG (mind. 90% Qualität)
  • Farbprofil: sRGB oder AdobeRGB
  • Keine übermäßige Nachbearbeitung (keine HDR, kein Heavy Compositing)
  • Weißabgleich: korrekt gesetzt

Metadaten (EXIF/IPTC):

  • Aufnahmedatum
  • Kameratyp
  • Bildautor*in / Copyright
  • Objektname und Befundnummer

Pflichtbilder bei Untersuchungen

Jeder Befund muss mindestens umfassen:

  • 1 Übersichtsaufnahme mit Lokalisierung
  • 1 Detailaufnahme mit Farbkarte und Maßstab
  • Aufnahmen aller unterschiedlichen Schichtbereiche

Pflichtbilder bei Maßnahmen

Für jeden Arbeitsbereich:

  • VZ (Voruntersuchungszustand) – vollständig
  • ZZ (Zwischenzustand) – alle wesentlichen Zwischenschritte
  • EZ (Endzustand) – vollständig, entsprechend den VZ-Aufnahmen

Bildunterschriften

Jedes Bild benötigt eine vollständige Bildunterschrift mit:

  • Abb.-Nr.
  • Lokalisierung (Gebäudeteil / Ebene / Raum)
  • Zustand (VZ / ZZ / EZ)
  • Beschreibung des Bildinhalts
  • Lichtquelle (Tageslicht / Kunstlicht / Streiflicht)
  • Aufnahmedatum
  • Bildautor*in

Bilddatenblatt

Pflichtfelder:

FeldInhalt
Abb.-Nr.Fortlaufende Nummer
LokalisierungGebäudeteil / Ebene / Raum-Nr.
ZustandVZ / ZZ / EZ
BildunterschriftKurzbeschreibung
BeschreibungAusführliche Beschreibung des Bildinhalts
LichtquelleTageslicht / Kunstlicht / Streiflicht
Bild-Nr.Dateibezogene Nummer (aus Kamera)
Bildautor*inName
DatumAufnahmedatum

5. Grafische Dokumentation

Anforderungen an Pläne

  • Maßstab: mind. 1:50 für Übersichten, 1:20 für Details, 1:5 für Profilzeichnungen
  • Nordpfeil (bei Grundrissen)
  • Maßstabsleiste (keine rein numerischen Maßstabsangaben)
  • Legende zu allen Symbolen, Schraffuren und Farben
  • Beschriftung: Objektname, Datum, Bearbeiter*in, Maßstab
  • Koordinaten: Georeferenzierung nach Möglichkeit

Befundkartierung

Die Befundkartierung trägt alle erfassten Befunde in vorhandene Pläne oder neu erstellte Aufmaßzeichnungen ein:

  • Farbkodierung der Fassungsphasen
  • Nummerierung entsprechend dem Befunddatenblattsystem
  • Darstellung des Untersuchungsrasters

Schadenspläne

Kartierung aller festgestellten Schäden:

  • Schadbildtypen entsprechend ICOMOS-ISCS / EwaGlos
  • Umfang: singulär / partiell / flächig / vollflächig
  • Bewertung: aktiv / passiv

Maßnahmenpläne

Für Maßnahmendokumentationen:

  • Geplante und ausgeführte Eingriffsbereiche
  • Verwendete Methoden / Materialien (farbkodiert)
  • Abgrenzung verschiedener Maßnahmenbereiche

6. Form

Titelblatt

Das Titelblatt enthält folgende Informationen:

  • Name und Logo des Auftragnehmers (Restauratorfirma)
  • Dokumentationstyp: „Dokumentation einer Untersuchung" oder „Dokumentation einer Maßnahme"
  • Objektname
  • Adresse
  • Bauteil / Bereich (sofern nur Teilbereich dokumentiert)
  • Bearbeitungszeitraum (von – bis)
  • Verfasser*in der Dokumentation
  • Datum der Berichterstellung

Kopfzeile

Jede Seite der Dokumentation (ab Seite 2) trägt eine Kopfzeile mit:

  • Objektname
  • Dokumentationstyp (Untersuchung / Maßnahme)
  • Verfasser*in
  • Ggf. Seitenzahl

Format: Objektname | Untersuchung | Name des Verfassers

Projektdatenblatt

Das Projektdatenblatt ist ein standardisiertes Formular, das alle relevanten Projektdaten erfasst:

Felder des Projektdatenblatts:

BezeichnungInhalt
Objekt-Dok.-Nr.Eindeutige Dokumentationsnummer (vergeben durch Auftragnehmer)
Name des ObjektesOffizieller Objektname
Objekt / BaugattungTypologische Einordnung (z.B. Wohnhaus, Kirche, Denkmal)
Bauteil / BereichUntersuchter/behandelter Teilbereich
AdresseVollständige Anschrift
BauzeitEntstehungszeitraum
Architekt*inHistorischer Architekt (sofern bekannt)
Nutzung / FunktionAktuelle Nutzung
Maßnahme / AufgabenstellungKurzbeschreibung der Aufgabe
Bearbeitungszeitraum vonBeginn der Arbeiten
Bearbeitungszeitraum bisEnde der Arbeiten
Eigentümer*inName und Adresse
Auftraggeber*inName und Adresse (wenn abweichend)
Auftragnehmer*inRestauratorfirma / Verfasser*in
Ausführende FirmenHandwerksbetriebe (bei Maßnahmen)
Planung / BauleitungPlanende Architekt*innen / Bauleitung
DenkmalbehördeZuständige Untere Denkmalbehörde + Sachbearbeitung
BauforschungBeteiligte Bauforscher*innen
Gutachten / AnalysenBeteiligte Labore / Gutachter*innen
Verfasser*in der DokumentationName, Institution
Anzahl der ExemplareAnzahl der Ausfertigungen
Ort der ArchivierungVerbleib der Originaldokumentation
Datum der AusführungAbschluss der Maßnahme
Datum der BerichterstellungAbgabe des Berichts

Seitenformat und Layout

  • Format: DIN A4 (210 × 297 mm)
  • Ränder: Oben 25 mm, unten 20 mm, links 25 mm, rechts 20 mm
  • Schrift: Gut lesbare Serifenschrift oder serifenlose Schrift, mind. 10 pt Fließtext
  • Seitenzahlen: Jede Seite nummeriert
  • Kopfzeile: Auf jeder Seite (außer Titelblatt)

7. Material und Medien

Papier (analoge Exemplare)

Für gedruckte Exemplare gelten folgende Anforderungen:

  • Papierqualität: Alterungsbeständiges Papier nach ISO 9706 (säurefrei, archivtauglich)
  • Grammatur: mind. 80 g/m²
  • Bilder: Auf mattem Papier für Bildausdrucke (nicht glänzend, da verklebt)
  • Bindung: Mappe oder gelochter Ringordner (kein Klebebinder, kein Heftklammern)

Digitale Abgabe

  • Textdokument: PDF/A (ISO 19005) für Langzeitarchivierung
  • Originalformat: Zusätzlich im Ausgangsformat (Word, InDesign etc.)
  • Bilder: TIFF-Dateien (Archivformat), JPEG nur als Beiwerk
  • Pläne: PDF + DXF/DWG (AutoCAD) oder georeferenzierte Bilddatei
  • Datenträger: USB-Stick oder Cloud-Link (kein CD/DVD mehr)
  • Dateinamen: Sprechende Namen, keine Sonderzeichen, keine Leerzeichen

Empfohlene Dateistruktur:

Projektname_ObjektDokNr/
├── 01_Bericht/
│   ├── Projektname_Bericht.pdf
│   └── Projektname_Bericht.docx
├── 02_Bilder/
│   ├── VZ/
│   ├── ZZ/
│   └── EZ/
├── 03_Grafikdokumentation/
│   ├── Pläne/
│   └── Kartierungen/
└── 04_Anlagen/
    ├── Analyseergebnisse/
    └── Produktdatenblätter/

Exemplare und Verbleib

  • Mindestens 3 Exemplare (digital und/oder gedruckt):
    1. Auftraggeber*in
    2. Denkmalbehörde
    3. Auftragnehmer*in (Eigenarchiv)
  • Weitere Exemplare nach Vereinbarung (z.B. Planungsarchitekt)

8. Urheberrecht und Nutzungsrecht

Urheberrecht

Restauratorische Dokumentationen sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt bei den Verfasserinnen (natürliche Personen / Restauratorinnen).

Nutzungsrechte

Mit Abgabe der Dokumentation räumen die Verfasser*innen dem Auftraggeber folgende Nutzungsrechte ein:

  • Archivierung: Dauerhafte Aufbewahrung und Sicherung
  • Behördeninterne Nutzung: Verwendung für denkmalpflegerische Zwecke
  • Wissenschaftliche Auswertung: Nutzung für Forschung und Lehre
  • Öffentlichkeitsarbeit: Verwendung in Publikationen mit Quellenangabe

Pflichten der Verfasser*innen

  • Alle in der Dokumentation verwendeten Bilder, Zeichnungen und Texte Dritter müssen urheberrechtlich geklärt sein
  • Quellenangaben sind für alle übernommenen Inhalte zwingend
  • Historische Bilder: Herkunft und Rechteinhaber angeben

Kennzeichnung

Alle Bilder und Zeichnungen müssen gekennzeichnet sein mit:

  • Name des/der Bildautorin / Zeichnerin
  • Aufnahme-/Erstellungsdatum
  • Ggf. Copyright-Vermerk

9. Literatur und Normen

Normen und Standards

NormInhalt
ISO 9706Papier für Dokumente – Anforderungen an die Alterungsbeständigkeit
ISO 19005 (PDF/A)Elektronisches Dokument-Dateiformat für Langzeitarchivierung
DIN 18915Norm für restauratorische Untersuchungen
ICOMOS-ISCS 2010Illustrated Glossary on Stone Deterioration Patterns
EwaGlos 2016European Illustrated Glossary of Conservation Terms for Wall Paintings and Architectural Surfaces
NCS – Natural Color SystemInternationales Farbsystem zur objektiven Farbkennzeichnung

Fachliteratur

  • Brandi, Cesare (1963): Teoria del Restauro. Edizioni di Storia e Letteratura, Rom. (Dt.: Theorie der Restaurierung, München 2006)
  • Philippot, Paul (1976): Historic Preservation: Philosophy, Criteria, Guidelines. In: Preservation and Conservation, Washington D.C.
  • VDR (Verband der Restauratoren): Berufsrichtlinien und Ethische Grundsätze. Aktuelle Fassung unter www.restauratoren.de
  • ICOMOS Deutschland: Charta von Venedig (1964) und Folgedokumente. www.icomos.de

Weiterführende Informationen


Leitfaden zur Erstellung von restauratorischen Dokumentationen, Stand 2026 Alle Angaben ohne Gewähr.